Argentinien

VIA-Projekte in Argentinien

El Hogar Sierra Dorada

Eindruck Argentinien

Frage: Was hat uns in Argentinien überrascht?

Flagge Argentiniens

Helene: Also mich hat es überrascht als unser Chef sagte wir treffen uns um 6 und er Punkt fünf Minuten vo

r sechs auf der Matte stand und los wollte. Ich dachte, die Argentinier seien

alle unpünktlich.

Cristobal: Also mich hat das nicht so überrascht. Ich fand es überraschender, dass die Argentinier trotz meiner Herkunft (Chile) super nett zu mir waren, da es immer einen gewissen Konflikt zwischen den beiden Nationen gab.

Helene: Das kann ich verstehen. Was mich noch schockte, war, dass die gesamte Landschaft kahl war als ich ankam. Wobei ich mir das hätte denken können, da es Winter war, aber ich hatte mich darauf eingestellt in ein sonniges Land zu kommen.

Cristobal: Stimmt, das hat mich auch irritiert. Aber als ich das erste Mal durch unser Dorf gelaufen bin habe ich bemerkt, dass es mich in einen wunderschönen Ort verschlagen hatte.

Helene: Oh ja, da kann ich dir nur zustimmen. Mich haben aber auch die ständigen kräftigen Gewitter überrascht, mit den Hühnerei-großen Hagelkörnern.

Cristobal: Ja, das war so heftig. Übel war es auch, als der Blitz bei uns im Heim einschlug.

Frage: Welche Situationen waren euch fremd?

Cristobal: Also ich war geschockt, als eines der Kinder im Heim sich als Strafe an die Wand stellen musste. Da habe ich gedacht, ich wäre im falschen Zeitalter.

Helene: Das ging mir auch so, ich musste mich erst mal an diesen Anblick gewöhnen. Was ich aber auch komisch fand, war Pferdekutschen auf der Autobahn zu sehen. Das wäre ja in Deutschland undenkbar.

Cristobal: Was für mich auch noch komisch war, dass mich die männlichen Mitarbeiter mit Küsschen auf die Wange begrüßt haben!

Helene: Ich war es auch nicht gewohnt von Fremden mit Küsschen begrüßt zu werden. Aber auch die Situation, dass ich mit vier anderen Freiwilligen in einem Zimmer wohnen musste, war doch sehr gewöhnungsbedürftig.

Cristobal: Gut, dass ich der einzige männliche Freiwillige war, da hatte ich ein Einzelzimmer. Witzig fand ich auch, dass es übertrieben viele Hunde auf der Straße gab, die zum Glück nicht gewalttätig waren.

Frage: Was war für euch heimisch in Argentinien?

Helene: Ich fand es schön, dass es dort viel italienisches Essen gab, also Nudeln und Pizza. Da fühlte ich mich gleich wohl.

Cristobal: Hat man gesehen *lach*. Mich hat es total gefreut, dass der Familienzusammenhalt genauso wie bei meiner Familie war.

Frage: Warum würdet ihr Argentinien weiterempfehlen?

Cristobal: Mich hat vor allem die argentinische Kultur sehr interessiert, da „Argentinien“ auch im Fach Spanisch ein großes Thema war. Ich fand es durchaus spannend diese Kultur selbst mitzuerleben.

Helene: Auch ich fand es sehr spannend so eine komplett andere Kultur kennen zu lernen und auch selbst zu erleben. Aber auch das Land hat mich beeindruckt. Es ist einfach sehr vielseitig. Im Norden hat man Wüsten, Regenwald, Armut und Hitze das ganze Jahr über und im Süden hat man das ganze Jahr lang Kälte und Eis. Außerdem gibt es sowohl ganz hohe Berge, als auch sehr viel Küste.

Cristobal: Interessant war auch den Unterschied zwischen dem europäischen Spanisch und dem argentinischen Spanisch zu entdecken. Für mich als Muttersprachler war es schon gewöhnungsbedürftig, aber im stetigen Kontakt mit den Kindern kommt man schnell rein.

Helene: Für mich war der Unterschied nicht so auffällig, da ich vorher kaum Spanischkenntnisse hatte, aber ich finde doch, dass sich das argentinische Spanisch einfach schöner anhört.

Frage: Was vermisst ihr von Argentinien?

Helene: Ich vermisse es, einfach losgehen zu können und sich für 3 Euro eine Stunde ein Pferd zu leihen und damit losreiten zu können, ohne dass jemand danach fragt, ob ich überhaupt reiten kann. Es lief einfach viel lockerer ab und war auch deutlich billiger.

Cristobal: Das argentinische Rindfleisch und das typische „Asado“ haben es mir angetan. Ich habe in einem Jahr noch nie so viel Fleisch gegessen.

Rindfleisch und Mate

Helene: Das geht mir ähnlich. Ich vermisse es einfach für fünf Euro ein Kilo Rindfleisch zu bekommen. In Deutschland bezahlt man dafür leider ein halbes Vermögen. Was mir aber auch sehr fehlt ist es spanisch reden zu können. Manchmal fange ich jetzt im Alltag einfach an spanische Sätze von mir zu geben und muss dann aber schnell merken, dass mich niemand versteht. Da fehlt mir oft einfach ein Gesprächspartner.

Cristobal: Das Problem habe ich zum Glück nicht, da ich mit meinen Eltern Spanisch sprechen kann. Ich vermisse auch die extreme Gastfreundlichkeit und Offenheit der Argentinier, was hier meist leider zu wünschen übrig lässt.

Frage: Welche Empfehlungen gebt ihr den zukünftigen Freiwilligen mit auf den Weg?

Cristobal: Man sollte sich nicht von dem Klischee täuschen lassen, dass es in Argentinien nur warm wäre. Denn es gibt durchaus Tage, an denen die Temperatur leicht unter null Grad sinkt. Daher sollte man sich warme Klamotten einpacken, auch wenn man sie nur in ein paar Wochen im Jahr benötigt.

Helene: Ja, das wäre auch meine Empfehlung. Außerdem rate ich jedem mit einigermaßen guten Spanischkenntnissen anzukommen, denn das erleichtert die Anfangszeit enorm. Man kann sich viel mehr auf die Menschen und das Land konzentrieren, wenn man nicht erst mit der Kommunikation zu kämpfen hat.

Cristobal: Auf jeden Fall erleichtert das die Anfangszeit! Denn: je weniger Spanischkenntnisse der Freiwillige hat, desto mehr Geduld brauchen auch die Einheimischen mit ihm. Apropos Geduld: man braucht in allen Lebenslagen, gerade mit den Argentiniern, viel Geduld. Ob man nun auf den Bus oder auf einen Freund warten muss, in beiden Situationen kann es sein, dass die Geduld stark strapaziert wird.

Helene: Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man viel Geduld braucht, wenn man einem Argentinier sagen möchte, dass man etwas nicht so gut findet.

Cristobal: Allerding. Aber damit jeder seine eigenen Erfahrungen sammeln kann, finde ich es besonders wichtig nicht von Vorurteilen geprägt zu sein und sich selbst ein Bild zu machen.

Helene: Es ist auch wichtig, dass man sich ein Bild von dem gesamten Land macht, indem man viel umherreist. Man sollte auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, wenn man schon mal dort ist, auch den Rest des Landes zu erkunden.

Helene und Cristobal, San Marcos Sierras

 

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