Indien

VIA-Partnerprojekte in Indien:

Udayan Care, DelhiSchule im Himalaya, Sakshi, Prayas-Delhi, Sshrishti, Chetna-Delhi, ABHAS, Don Bosco, SAWARD, V-Exel-Chennai

Eindruck INDIEN


Was hat Dich an Indien überrascht?

Mhm … wenn ich so an meine Ankunft denke, fällt mir ein wie ich im Flugzeug unglaublich auf die Temperaturanzeige geschaut habe, die je niedriger wir gekommen sind, gestiegen ist. Es war September, zehn Uhr in der Nacht und sie hat 35 °C  angezeigt!

Das es in der Nacht so verdammt heiß sein kann, hab ich mir nie vorstellen können! Allgemein sind die Temperaturen, die zwischen Sommer und Winter herrschen sehr extrem. Obwohl man aus Deutschland kältere Temperaturen gewohnt ist, vergisst man oft das dort die Häuser immer sehr angenehm warm beheizt werden, hier ist man nachts 6° ausgesetzt und muss sich mit vielen Decken, Pullis und Handschuhen eindecken, wenn man  nicht erfrieren will. Tagsüber werden es noch an die 15°bis 20° ( Da ich den Sommer noch nicht erlebt habe hier, kann ich nur aus Erzählungen sagen, dass er verdammt verdammt heiß und unerträglich sein wird. (durchschnittlich 45°).

Nacht in Delhi

In welcher Situation hast Du Dich in Indien wirklich “fremd” gefühlt?

In der Kommunikation! Das ganze indirekt und direkte Kommunizieren…ich habe mich wirklich sehr viel mit dem Thema beschäftigt aber letztendlich bleibt es mir nach 4 Monaten immer noch sehr unschlüssig. Gleichzeitig ist es wahnsinnig interessant, aufregend  und man sammelt tausend Geschichten.

Das fremde Gefühl dabei kommt daher, dass man sich oft unverstanden fühlt oder ganz missversteht. Vor allem komme ich mir aber auch wirklich unecht und falsch vor, wenn es indirekt wird (sei es wenn Sponsoren kommen, oder man vor den Mentoren seine Meinung aus Respekt zurückhalten muss). Man muss vieles hinterfragen, was sehr anstrengend ist. Ich merke manchmal erst ein paar Stunden nach  einem Gespräch, was mir die Person sagen wollte, oder wie sie geschafft hat mir die Worte etwas zu verdrehen*haha* so komme ich mir manchmal sogar etwas manipuliert vor(muss aber auch sagen, dass sich zu diesem Thema viel auf meinen Mentor eingehe, der mal bei der Army war…)

Klar, kann man sich dagegenstellen und immer frei raus sprechen was man denkt, wenn man genug Selbstvertrauen hat und die Konsequenzen tragen kann, dass andere dadurch vielleicht kein Vertrauen in einem aufbauen und es als total unakzeptabel empfinden. Da muss sich schon jeder selbst durchschlagen, es führt aber oft zu vielen auch inneren Konflikten.

Was ich aber liebe sind Gespräche und Treffen ohne Autoritäten und Arbeitsgeber, in diesen Situationen habe ich sehr viel Offenheit und Herzlichkeit erfahren können, obwohl die Kommunikation auf sprachlicher Ebene viel schlechter war.

Markt mit Tuck Tucks

Was ist Dir in Indien als “heimisch” aufgefallen?

Mein Haus ist in einem sehr (für Indien überdurchschnittlich) gutem Zustand, wirklich auf etwas verzichten, außer auf das heimische  Essen*g* und die richtige Dusche, muss ich hier nicht.

Wenn man in Mals geht oder die Metro nimmt, was einem anfangs komisch vorkommt weil man wie zwischen 2 Welten ein und ausgeht,  ist alles sehr sehr westlich und somit bekannt.

Warum würdest Du Indien weiterempfehlen?

Indien ist ein Land der Extremitäten, hier lernt man auf alles gefasst zu sein und kann so viel erfahren, die vielen Religionen, die hier friedlich nebeneinander leben können, unterschiedlichste Sprachen, Lebensweisen und Einstellungen…es ist sehr verwirrend aber einzigartig, man begreift Indien als ganzes kaum (was ich mir persönlich am Anfang vorgenommen habe) aber man entwickelt ein Gefühl von „alles ist möglich“, lernt viel Geduld zu haben und vor allem hat man genügend Herausforderungen an sich selbst zu wachsen.

Auch zum Reisen hat man hier ein Angebot, das einem die Qual der Wahl gibt. Von Bergen über Wüste zum Dschungel und Strand, Großstadt oder Dorf, warm oder kalt… alles ist drin …

Frauen bei der Arbeit

Was hast Du in Indien vermisst?

„Freiheit und Sicherheit“. Hier ist es, vor allem für Frauen recht gefährlich, was einem zu jedem nur möglichem Zeitpunkt erzählt wird, sobald es dunkel wird (im Winter gegen 5 -6 Uhr) soll man nicht mehr aus dem Haus gehen. Diese Freiheitseinschränkung ist manchmal schwerer als gedacht. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran und dann muss man selbst einschätzen, wann man wie rausgeht und wann die Sicherheit vor geht.

Außerdem habe ich eine vertraute Person vermisst,  jemand der einen kennt, dem man alles erzählen kann und der einfach für einen da ist. Obwohl das Internet hier schon sehr hilfreich ist, wenn man regelmäßigen Zugang hat.

Zuletzt fehlt mir oft Ruhe und Natur:)… auch das liegt aber eher an Delhi und meinem Projekt.

Was würdest Du Freiwilligen empfehlen, wenn sie einen weltwärtsdienst in Indien machen wollen?

Es ist wichtig, dass ihr euch eurer Ziele (in kleinen Schritten) im Klaren, aber gleichzeitig auch offen für Neues seid und nicht schnell an allem zweifelt. Beschäftigt euch ein wenig mit dem Gastland( nicht zu viel,denn es kommt eh vieles anders*g*)

Blick aus der MotorrikschaKeine Angst vor einem  „Kulturschock“ haben! Er ist bei jedem unterschiedlich und manche Glücklichen behaupten ihn gar nicht zu haben. Aber wenn harte Zeiten kommen heißt es einfach nur stark bleiben und sich im klaren sein, warum man sich für dieses Jahr entscheiden hat. Ich denke man sollte bereit sein an sich und für seine Ziele viel zu arbeiten. Schwere Tage kommen mit Sicherheit, aber mit der Zeit vergeht alles, man gewöhnt sich an alles und lernt es hoffentlich lieben.

Was mir am Anfang sehr geholfen hat waren eben kleine Ziele die ich mir gesetzt habe (Morgen werde ich das erste Mal alleine rausgehen, den Bus nehmen, mir eine Handykarte kaufen, ein kleines Spiel mit den Kindern spielen)…

Wenn ihr viel über euer Projekt wisst, versucht euch darauf vorzubereiten und etwas darauf einzustellen, vielleicht mit leichten einfachen Spielen um einfach ein paar Ideen für unerwartete Situationen zu haben. Hilfreich ist es kontakt zu einem Freiwilligen in eurem Projekt aufzunehmen, weil dieser euch beschreiben kann wie es vorort ist und eure Fragen am besten beantworten kann. Das fördert meines Erachtens auch die Nachhaltigkeit des Projekts, weil man schneller und gezielter anfangen kann wirklich zu arbeiten.

Paula, Delhi 2010


Weitere Fragen zu Indien oder Delhi? Paula und Anna könnt Ihr gerne kontaktieren:

(Udayan Care) Anna(Greater Noida): anna.kirstein(at)web.de

Paula(Noida): paulinabukieda(at)googlemail.com

Blogs von Freiwilligen in Indien

Indien/ Hyderabad http://antongenth.wordpress.com/

Indien/ Hyderabad cjcinindia.de.tl

Indien/ Calicut sites.google.com/site/inindien

Indien/ Delhi sarahappelt.jimdo.com

Indien/ http://chris-in-india.tumblr.com/

Indien/ Delhi cultureshock.blogsport.de

Indien/ Orissa jungledisco.wordpress.com

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Mumbai (Bombay)

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